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Die Galeristin:

Ria Stahlberger

 

Presse über uns:

Suedkurier 10.01.07


Galerie und Kunst leben weiter

Die Galerie Stahlberger in Weil am Rhein, die es seit 23 Jahren gibt, ist sicher eine der renommiertesten in der Region. Nach dem Tod des Galeristen Hanspeter Stahlberger vor über zweieinhalb Jahren hat sich seine Frau Ria Stahlberger entschlossen, nach einjähriger Pause mit der Galeriearbeit weiter zu machen: "Die Galerie soll weiterleben". Die Gedenkausstellung "In memoriam" weckt Erinnerungen an den Galeristen, der eine richtige Sammelleidenschaft hatte, an viele Künstler und Vernissageabende. Handelt es sich bei den 63 ausgestellten Arbeiten von 41 Künstlern doch ausschließlich um Werke aus der Privatsammlung.
Ein Raum in dieser reich bestückten Retrospektive ist dem Thema Leben und Tod gewidmet. Man sieht einen ästhetischen Prägedruck mit Nägeln von Günther Uecker ("Dom"), die Nägel als Symbol für den Tod. Aber auch von Franz Erhard Walther ist eine Werkzeichnung vorhanden, mit der man Blutgefäße assoziieren könnte. Von Antoni Tápies, dem letzten der noch lebenden großen katalanischen Künstler, liegt eine Farblithografie vor, deren Auflage längst vergriffen ist. Weiter trifft man auf einen der wichtigsten informellen deutschen Künstler, K.R.H. Sonderborg, der damals zur Ausstellungseröffnung überraschenderweise selbst gekommen ist.
Durch seine schon in den 70er Jahre begonnene Sammeltätigkeit hat Stahlberger viele Künstler kennen gelernt. Bei Ausstellungen in Düsseldorf kam es zu Kontakten zu Joseph Beuys. Der Mann mit dem Hut wurde zu einem guten Freund der Stahlbergers, wie eine Kunstfotografie mit persönlicher Widmung für Hanspeter Stahlberger und zwei grafische Arbeiten von Beuys verraten, die der Galerist vom Künstler selber erhalten hat. In der Düsseldorfer Szene lernten die Stahlbergers auch andere Künstler um Beuys kennen, etwa dessen Schülerinnen Beatrix Sassen und Brigitte Dümling, Felix Droese, Jürgen Partenheimer und Jörg Eberhard. Später gab es dann Verbindungen zum berühmten "Sprayer von Zürich", Harald Naegeli. Alles Namen, die einem in all den Galerie-Jahren begegnet sind und auch dieser Schau vertreten sind. Ein anderer großer Name: Meret Oppenheim. Von ihr sind zwar keine Arbeiten zu sehen, dafür Porträtfotografien, die bei der letzten Ausstellung vor ihrem Tod in der Weiler Galerie aufgenommen wurden. Sie zeigen eine auch im Alter interessante und schöne Frau mit markant geschnittenem Profil. Selbstverständlich ist der Bildhauer Jürgen Brodwolf gut vertreten, der vor zwei Jahren den bedeutenden existentiellen Werkzyklus "Theresienstadt" mit Figurenfragmenten zeigte. Von ihm sieht man verschiedene Werkbeispiele wie die abgebildete "Malachit"-Collage auf Pappe (1997). Auch weitere Künstler der Region sind in der Sammlung präsent: von Konstantin Weber mit einem sehr geheimnisvollen Lamellenbild über Gaby Roter, die hier ihr audio-visuelles Projekt "Schöpfung" vorstellte bis hin zu der verstorbenen Malerin Gerta Haller, deren Lebenswerk die Galerie im Herbst dieses Jahres würdigen will.

Jürgen Scharf


Quelle: http://www.suedkurier.de